28.02.2019 10:27 Alter: 26 days

Kälte, Hitze und Trockenheit - Kulturpflanzen sollen robuster werden

Mit der Technischen Universität München als Koordinatorin hat der Projektverbund „BayKlimaFit - Strategien zur Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel“ seine Forschung jetzt abgeschlossen. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, wichtige heimische Nutz- und Kulturpflanzen robuster gegen extreme Wetterereignisse zu machen und damit besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Das interdisziplinäre Netzwerk von Universitäten und anderen Kooperationspartnern aus ganz Bayern hat seine Arbeit im Frühjahr 2016 aufgenommen. Die Finanzierung erfolgte durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Kulturpflanzen leiden infolge des Klimawandels unter extremen Wetterbedingungen. Prof. Chris-Carolin Schön will kälteresistente Maissorten finden. (Bild: Andreas Heddergott /TUM)

Seit Jahren diskutiert die Welt über den anstehenden Klimawandel, in der Landwirtschaft ist er bereits Realität: Wechselnde Umweltbedingungen verursachen zum Teil extremen Stress bei Kulturpflanzen wie Mais, Weizen, Gerste und Raps. Ernteeinbußen sind die Folge. In Zukunft werden also Pflanzen wichtig sein, die widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse wie Staunässe, Kälte, Trockenheit oder Hitze sind. Pflanzenforschung hilft, die molekularen Mechanismen zu verstehen, die Pflanzen robuster gegenüber extremen Wetterereignissen machen.

Grundlage für kälteresistente Maissorten

Der Projektverbund „BayKlimaFit - Strategien zur Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel“ hat genau das in den vergangenen drei Jahren untersucht. Koordinierendes Bindeglied zwischen den beteiligten Forschungseinrichtungen und Kooperationspartnern des Projektverbundes war der Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung der Technischen Universität München, vertreten durch Prof. Dr. Chris-Carolin Schön als Sprecherin. Sie und ihr Team erforschten unter anderem die Verbesserung der Kältetoleranz von Mais. Dafür entschlüsselten sie das Genom des europäischen Maises und entwickelten eine Methode, um die genetischen Muster besonders kälteresistenter Maissorten zu identifizieren. Die Ergebnisse können die zukünftige Entwicklung neuer, klimaangepasster Maissorten unterstützen.

Weitere Stressoren: Hitze und Trockenheit

Nicht nur Kälte und Staunässe können Wachstum und Entwicklung von Nutzpflanzen beeinträchtigen. Neben Prof. Dr. Chris-Carolin Schön waren noch weitere Forscher der TUM an „BayKlimaFit“ beteiligt. Wichtige Ergebnisse für den Themenschwerpunkt „Klimabedingte Hitzeereignisse und Trockenheit“ lieferte unter anderem der Lehrstuhl Botanik unter der Leitung von Prof. Dr. Erwin Grill, der die Wassernutzungseffizienz von Mais untersuchte. Die Lehrstühle Phytopathologie (Prof. Dr. Ralph Hückelhoven) und Pflanzengenetik (Prof. Dr. Caroline Gutjahr) erforschten, wie Symbionten und Schaderreger die Stressresistenz landwirtschaftlicher Kulturpflanzen beeinflussen.

Weitere Informationen:

Ein Video zu dem Projekt ist hier verfügbar.

Kontakt:

Dr. Ute Wiegand

Technische Universität München

Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung

Liesel-Beckmann-Str. 2

85354 Freising

E-Mail: ute.wiegand[at]tum.de

Tel. +49 8161 71 5226