08.02.2017 10:44 Alter: 191 days

Nachhaltigkeitsforschung an der TUM doppelt ausgezeichnet

Für ihre Abschlussarbeiten im Masterstudiengang „Sustainable Resource Management“ der Technischen Universität München (TUM) wurden Anne-Katrin Kleih und Veda Sara Sayakoummane mit dem SRM-Award 2016 ausgezeichnet. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis wird seit 2011 von der Audi Stiftung für Umwelt GmbH verliehen und dient der Förderung hervorragender Leistungen auf dem Gebiet des nachhaltigen Ressourcenmanagements.

Strahlende Gesichter zum SRM-Award 2016 – v.l.n.r.: Dr. Rüdiger Recknagel, Audi Umweltstiftung, die beiden Preisträgerinnen Anne-Katrin Kleih und Veda Sara Sayakoummane sowie Prof. Volker Sieber, Prodekan des TUM-Wissenschaftszentrums Weihenstephan. (Bild: AUDI AG)

Strahlende Gesichter zum SRM-Award 2016 – v.l.n.r.: Dr. Rüdiger Recknagel, Audi Umweltstiftung, die beiden Preisträgerinnen Anne-Katrin Kleih und Veda Sara Sayakoummane sowie Prof. Volker Sieber, Prodekan des TUM-Wissenschaftszentrums Weihenstephan. (Bild: AUDI AG)

Aufgrund der Aktualität der Themen und der hohen Qualität aller vorgeschlagenen Arbeiten hat die Audi Stiftung für Umwelt GmbH in diesem Jahr zwei Preisträgerinnen gekürt. Somit konnte die Auswahljury, bestehend aus TUM-Wissenschaftlern und einem Mitglied der Stiftung, die Auszeichnung für herausragende Abschlussarbeiten des Masterstudiengangs Sustainable Resource Management (SRM) doppelt vergeben. Der SRM-Award ehrt TUM-Absolventinnen und Absolventen, die in ihrer Masterarbeit wichtige Beiträge zu aktuellen Fragestellungen geleistet haben.

Frau Anne-Katrin Kleih bekommt den Preis für ihre Arbeit zur CO2-Bilanzierung als Maßnahme im Rahmen von Klimaschutzstrategien von Unternehmen. Sie hat 130 stukturierte Interviews mit Akteuren der deutschen Baumaschinenindustrie geführt, um deren Kenntnisstand und Einstellung zum „CO2-Fußabdruck“ von Produkten und Prozessen der Branche zu analysieren. Demnach besteht in Deutschland auf der individuellen wie auch der Firmen-Ebene ein hohes Interesse an der CO2-Bilanzierung, Kunden bevorzugen Produkte mit niedrigem CO2-Fußabdruck und sind generell bereit einen Aufpreis dafür zu zahlen. Allerdings sind die Vorstellungen zum  Konzept „CO2-Fußabdruck“ beim Kunden bisher schwammig - verbunden mit der Annahme, dass sich ein Aufpreis für solche Produkte nicht monetär auszahlt. Frau Kleih hat mit ihrer Arbeit eine erste Datengrundlage für „grüne“ Kaufentscheidungen von Unternehmen geschaffen - und gezeigt, dass das Potential für Produkte der Baumaschinenindustrie mit niedrigem CO2-Fußabdruck noch ausbaufähig ist.

Frau Veda Sara Sayakoummane erhält zugleich einen SRM-Award für ihre explorative Studie zur Rolle des Privatsektors beim Ausbau der energetischen Wasserkraftnutzung im Mekong-Einzugsgebiet der Demokratischen Volksrepublik Laos. Im Interesse der Wirtschaftsentwicklung des asiatischen Schwellenlandes investieren dort zunehmend staatliche Banken und der Privatsektor in Dammbauprojekte, während früher Entwicklungshilfeinstitutionen die bedeutendsten Geldgeber waren. Mit ihrer Masterarbeit, die Literaturstudium, halbstandardisierte Interviews und persönliche Beobachtungen vor Ort umfasst, legt Frau Sayakoummane erste Erkenntnisse vor, wie Akteure des privaten Sektors selbst ihre Handlungen, Werte sowie ihre Fähigkeit einschätzen, auf eine nachhaltigere Wasserkraftnutzung in Laos hinzuwirken. Dies kann einen konstruktiven Diskurs zwischen privaten Vorhabenträgern, Regierungsstellen und weiteren Interessengruppen fördern. Darüber hinaus zeigt Frau Sayakoummane gangbare Möglichkeiten auf, wie der Privatsektor am effektivsten dazu beitragen könnte, die energetische Wasserkraftnutzung nachhaltiger zu gestalten.

Beide Absolventinnen des englischsprachigen TUM-Masterstudiengangs Sustainable Resource Management haben ein Preisgeld von je 1.500 Euro erhalten. Dieser Studiengang existiert seit 2001, aktuell sind 275 Studierende eingeschrieben. Schon über 600 Absolventinnen und Absolventen aus 78 Nationen tragen die Idee der Nachhaltigkeit – entstanden in der deutschen Forstwirtschaft und 1713 erstmals in dem Buch ‚Sylvicultura oeconomica‘ publiziert – vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan in die ganze Welt.