02.08.2018 21:33 Alter: 14 days

Fast 400.000 Euro für effiziente Wasseraufbereitung

Ein bayerisches Forschungs- und Entwicklungskonsortium unter Führung der Technischen Universität München (TUM) erhält 398.900 Euro von der Bayerischen Forschungsstiftung für ein Projekt zur effizienten Steuerung von Wasseraufbereitungsanlagen: In enger Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen möchte das Team um Projektleiter Dr. Karl Glas von der AG Wassertechnologie am TUM-Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik spezielle Fasersensoren entwickeln, die in der Aufbereitung von Trink- und Brauchwasser viel Energie und Zeit sparen können.

Finanz- und Heimatstaatssekretär Dr. Hans Reichhart (rechts) und Prof. Arndt Bode von der Bayerischen Forschungsstiftung (links) bei der Übergabe des Förderbescheids an Projektleiter Dr. Karl Glas von der TUM. (Bild: Forschungsstiftung)

In vielen Weltregionen muss Trinkwasser aufwändig entsalzt werden, hierzulande ist diese Art der Wasseraufbereitung vor allem für industrielle Zwecke wichtig. Dafür werden sogenannte Membranwickelmodule verwendet. Das Problem dabei: Häufig entstehen in den kompakten Modulen Ablagerungen (Fouling). Diese Fouling-Entstehung ist so komplex, dass man sie heute noch nicht verlässlich vorhersagen kann. Deshalb werden Membrananlagen derzeit sicherheitshalber mit prozesstechnischen Reserven ausgelegt und betrieben, dabei werden Chemikalien, Energie und Wasser verschwendet.

Ziel des Vorhabens mit der Kurzbezeichnung "POF_Mem" ist es deshalb, einen Fouling-Sensor auf Basis polymeroptischer Fasern (POF) so weiterzuentwickeln, dass er künftig das Innenleben von Membranwickelmodulen zur Wasseraufbereitung überwachen kann. "So ein Fasersensor könnte zugleich die Ausfallzeiten und den Chemikalienverbrauch stark reduzieren, indem er den tatsächlichen Bedarf real abbildet", so Dr. Glas von der AG Wassertechnologie am Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik . Die durch eine bedarfsgerechte Steuerung von Wasseraufbereitungsanlagen ermöglichte Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung soll im Rahmen des Projekts ebenfalls demonstriert werden. In dem Projekt arbeitet die TUM mit der Technischen Hochschule Nürnberg, der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan, der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH aus Höchstädt a. d. Donau und dem Ingenieurbüro Heinl GmbH aus Zolling zusammen.

Erst kürzlich war ein anderes vom WZW angestoßenes Projekt mit rund einer Million Euro von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert worden: FORTiGe. Dieser Forschungsverbund unter Leitung von Prof. Ruedi Fries vom TUM-Lehrstuhl für Tierzucht hat zum Ziel, die Gesundheit von Zuchttieren zu verbessern. Insgesamt hat die Forschungsstiftung seit ihrer Gründung im Jahr 1990 für 871 Projekte rund 566 Millionen Euro bewilligt. Gemeinsam mit den Co-Finanzierungsanteilen der bayerischen Wirtschaft wurde daraus ein Gesamtprojektvolumen von rund 1,255 Milliarden Euro.

 

Weitere Informationen:
http://molekulare-sensorik.de/index.php?id=13

 

Redaktion: Jana Bodicky